Ökumenische Flüchtlingshilfe

Im Montagsgebet in der Nikolaikirche am 12. Januar 2015 gründeten die Kirchen in Leipzig die Ökumenische Flüchtlingshilfe. Damit sollen die verschiedenen bestehenden Initiativen kirchlicher Flüchtlingsarbeit in der Stadt unter einem neuen Dach zusammengeführt werden.

 

Superintendent Martin Henker, Propst Lothar Vierhock, Missionsdirektor Christian Kreusel und der Geschäftsführer der Leipziger Caritas Tobias Strieder haben den Aufruf zur Gründung unterschrieben. Der Aufruf wurde zuvor an Weihnachten in den Gemeinden verbreitet.

 

Hilfe für Flüchtlinge ist eine christliche Kernaufgabe. Die Weihnachtsgeschichte und die Verkündigung Jesu werden von den Kirchen in dieser Weise verstanden:

„Die Geschichte von der Geburt Jesu steht uns neu vor Augen. In einem Notquartier erblickte er das Licht der Welt. Wenig später ergriffen seine Eltern mit ihm die Flucht vor Gewalt und Terror. Später sprach Christus davon, dass er uns in den „geringsten Brüdern“ begegnet, den Kranken, Hungernden, Gefangenen und Fremden (Mt. 25,35ff.).“

 

In Leipzig gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Vereine, die sich um Migranten kümmern. Auf evangelischer Seite engagiert sich zum Beispiel Naomi e.V. für jugendliche Zuwanderer. Soziale Dienste für Migranten bietet auch die katholische Caritas in Leipzig an. Migranten sollen hier gesellschaftlich, rechtlich und sozial beim Prozess der Integration unterstützt werden. Für ein von Respekt getragenes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft im Leipziger Norden setzt sich die Initiative Weltoffenes Gohlis ein. Neben politischen und sozialen Gruppen beteiligen sich hier kirchliche Gemeinden in Gohlis und Möckern. Im Flüchtlingsrat e.V. sind Christen und sozial engagierte Menschen verbunden, die Flüchtlingen Schutz und Hilfe geben möchten, denen in ihrer Heimat Gefahren für Leib und Leben drohen. Die Ökumenische Flüchtlingshilfe wird mit diesen und anderen Akteuren in Kirche und Politik zusammenarbeiten und die Perspektive der Kirchen einbringen.

 

Die Sorge für Flüchtlinge ist der Prüfstein der Nächstenliebe. Dies wird immer wieder von Vertretern der Kirche betont: „Solidarität den Flüchtlingen gegenüber ist ein Wort, dass in der entwickelten Welt Ängste hervorruft. Die Verantwortlichen trauen sich allerdings nicht, das zu sagen. Es ist fast ein schmutziges Wort für sie. Aber es ist unser Wort“ unterstrich Papst Franziskus bei einem Besuch des Jesuit Rescuit Service in Rom.

 

Auch die evangelische Kirche teilt diese Sicht. Die biblische Begründung steht schon im Alten Testament:

 

„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen.“ (3 Moses 19,33)

 

Die Kirchen reagierten mit der Gründung eines Dachverbandes auf Ängste und Vorurteile gegen Flüchtlinge. Die Antwort darauf ist der Dialog über die Wurzeln aus denen unsere Gesellschaft lebt und die engere Vernetzung der Akteure in der Flüchtlingsarbeit. 

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