Bundeskanzlerin Merkel beim Treffen mit ehrenamtlich engagierten Flüchtlingshelferinnen und -helfern am 7. April 2017

Ich glaube, man kann sagen, dass wir verschiedene Phasen der Hilfe durchlebt haben und noch durchleben. Es gab im Jahr 2015 vor allem ganz unmittelbare Hilfe. Die Bilder davon, wie an den Bahnhöfen und in den Städten schnelle Ersthilfe geleistet wurde, haben Deutschlands Gesicht geprägt. Das Bild Deutschlands hat sich an vielen Stellen in der Welt gewandelt. Es war eine organisatorische Großherausforderung, es war auch eine emotionale Herausforderung – Kleider austeilen, Unterkünfte finden, Begleitung zu Ärzten und Behörden, Ausfüllen von Anträgen. Ich meine, man kann sich ja vorstellen, wenn wir in irgendeinem anderen Land ankommen würden, wo die Rechtsordnung ganz anders ist, wie sehr auch wir auf Hilfe angewiesen wären. Dazu kommt, dass es Menschen sind, die traumatisiert waren, die wochenlang schreckliche Erlebnisse hatten.

Diese Phase haben wir bewältigt. Das war eine große Anstrengung, aber wir haben sie doch bewältigt. Dann kam nach der Ersthilfe im Grunde die Phase, in der nun die Integration stärker im Vordergrund steht. Es stellen sich viele Aufgaben. Dabei geht es als Erstes um das Erlernen der Sprache. Jeder, der sich nicht ausdrücken kann, der sich nicht verständlich machen kann, ist natürlich in einer schwierigen Lage. Es geht um Schul- und Kita-Plätze für Kinder. Es geht um Arbeit, Ausbildung und Praktika. Es geht oft auch einfach ums Zuhören, ums Annehmen, ums Willkommen-heißen und darum, Wege zu eröffnen und vielleicht auch Erfahrungen, die nicht so gut sind, auszugleichen. Wir werden darüber ja nachher noch sprechen. Vollständige Rede

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