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Mit offenen Augen weitergehen

Brockenbahn
Brockenbahn

Zum 6. Todestag von Martina

Er ging seinen Weg. 

Der Samariter dachte nicht lange nach. 

Hilfe war nötig. 

Einfach da sein. 

Natürlich bringt es das Leben durcheinander. 

Was ist, wenn der Hilfsbedürftige sich später gegen mich wendet?

Wenn ihr alles getan habt, was Euch befohlen wurde, so habt ihr einfach die Aufgabe erfüllt. 

Vielleicht sieht es niemand. 

Vielleicht wendet sich das Kind ab. 

Doch das Wesentliche ist, den Samen zu legen. 

Ein Leben wird nicht dadurch wertvoll, dass es besonders lange dauert. 

Ein Leben gewinnt an Sinn, wo es sich verschenkt. 

Die Bereitschaft, ein Kind aufzunehmen,

bringt das Leben aus den Fugen. 

Nicht immer hält das Leben, was es verspricht. 

Und doch:

Das Leben verliert, wer es retten will. 

Das Leben verliert, wer um sich selbst kreist. 

Es ist besser, in Liebe zum Du zu verbrennen. 


Ein Priester und ein Levit sind eingebunden in Pflichten und festen Tagesabläufen. 

Selig ist, wer seine Sicherheiten aufgibt. 

Augen auf. 

Es wartet am Straßenrand die Aufgabe, die zählt. 


Martina.


Dein Leben war zu kurz und doch reich an Liebe. 

In Deinen Spuren gehe ich weiter. 

Offen für die Menschen am Weg und im Netz. 

Danke für Deine Wegbegleitung.

Meine Frist habe ich aus Liebe verlängert.

Mit den Mitteln der Medizin. 

Wie gern hätte ich Dich festgehalten. 

Doch Du wirkst aus der Ewigkeit in die Zeit. 

Am Ende sehen wir uns wieder.

Erzählend von der Liebe.

Lebend in der Liebe. 


[nach Lk 10,25-37]

Brocken
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