Warum brauchte Thomas die Wunden und Paulus den radikalen Sturz? Über die Unmöglichkeit, das „Ich“ eines anderen ganz zu kennen, und die Herausforderung, der Auferstehung zu vertrauen. Ein Text über historische Fragen, die Grenzen unseres Wissens und die Überzeugung des Paulus, dass ohne diesen Funken Hoffnung alles andere leer bliebe.
Wir sind uns fremd. Vorsichtig betrachte ich Deine Seele und Deinen Körper. Ich will verstehen. Dich nicht verletzen. Langsam berühre ich Deine Geschichte. Ich beginne zu verstehen. Höre Deine Worte. Sehe Dich. Wir tasten uns ins Vertrauen. Du erzählst von Freude und Leid. Ich berühre Deine Hände. Berühre die sichtbaren Stellen Deiner Geschichte. Bis hin zu den Stellen, die bedeckt sind. Kein Eindringen. Nicht unter die Kleidung. Nicht in den Mund. Ein Spiel an der Grenze. Ich küsse...