Die enge Tür klemmt

Volkenroda. Jesus-Pavillon
Volkenroda. Jesus-Pavillon

Die grundlegende Rolle einer Haustür ist durch die Jahrtausende unverändert: den Zugang schützen, verhindern oder genehmigen. Es geht um einen privaten Bereich, den nicht jeder betreten soll. 

Jesus greift das Bild der Tür auf, um zu erklären, wer in das Reich Gottes darf. 

Im Allgemeinen lassen wir ja Menschen rein, die wir kennen und denen wir vertrauen. Wenn uns ein Mensch erinnert, dass wir uns von einem gemeinsamen Fest kennen, lassen wir ihn vielleicht auch herein. 

Bei Jesus scheint es andere Kriterien zu geben. 

Ich kenne Euch nicht, sagt Jesus zu Leuten vor der Tür, die glauben, Jesus zu kennen. 

Ich kenne Euch nicht, sagt auch der Richter in der Szene vom  Weltgericht zu denen, die seinen Namen kannten. 

Die Tür öffnet sich für jene, die sich anderen zuwenden ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. 

Die Tür öffnet sich für jene, die verstehen, dass das Leben ein zeitlich begrenzter Raum ist, sich dem Du in Liebe zuzuwenden. 

Wer besonders viel liebte, darf als erstes eintreten. Doch am Ende gibt es für jeden eine Hoffnung. Jeder muss ja loslassen. Nichts nehmen wir über die Schwelle des Todes mit. Auch der Reiche und Mächtige muss loslassen. 

Diese Tür ist eng, wenn wir versuchen, allein durchzukommen. 

Diese Tür umfasst die Welt, wenn unser Blick der Liebe weit ist und Grenzen überwindet. 


Und sie werden von Osten und Westen
   und von Norden und Süden kommen
   und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.

Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein,
   und da sind Erste, die werden Letzte sein.

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