Ein Gespräch unter Menschen, keine Erwartungen und 45 Minuten Zeit für das, was trägt. Warum der Kaffeetisch für mich zum Ort des Auftrags geworden ist und wie sich der Glaube zwischen Straßenbahn und Parkplatz bewährt. Ein Impuls über die Freiheit, dort zu sein, wo ich in diesem Augenblick sein muss.
Es gibt Orte, an denen unerwartet tiefgründige Fragen gestellt werden. Einer dieser Orte ist für mich der Kaffeetisch. Dort, inmitten des Klapperns von Tassen und dem Gemurmel der Stimmen, finde ich meine Aufgabe im Alltag.
„Das Gespräch ist das einzige, was uns Menschen als Menschen miteinander verbindet.“
(Erasmus von Rotterdam)
Ich sitze in einem Café einer Person gegenüber. Es ist eine jener Begegnungen, die nur ohne Erwartungen entstehen. Zwei Menschen begegnen sich. Zeit und Raum sich darüber auszutauschen, was trägt. Die Hoffnung ist kein trockenes Dogma, sondern mein „letzter Halt“. Bewährt in den Stürmen des Alltags. Getestet im Augenblick von schmerzhaften Verlusten. Ein Frieden, den die Welt nicht geben kann.
„Suche nicht das Geheimnis Gottes, sondern suche das Geheimnis des Nächsten; dort wirst du Gott finden.“
(Dietrich Bonhoeffer)
Ich verstehe mich heute als jemand, der den Spalt in der Tür sucht. Mein Weg führt mich dorthin, wo das Leben ungefiltert stattfindet. Dort treffe ich im Du den, der selbst ständig „draußen“ unterwegs war – an den Ufern, auf den staubigen Straßen, an den Tischen der Suchenden.
Meinen Auftrag entdecke ich in dem Moment, in dem ein offenes Herz auf die Not oder die Frage eines anderen trifft. Wer die Hand an den Pflug legt, blickt nicht zurück. Der Blick geht nach vorn, auf die nächste Furche, auf die nächste Begegnung.
Bereit für die Antwort
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1. Petrus 3,15).
Manchmal kommt die Aufforderung überraschend zwischen Straßenbahn und Parkplatz. Die Antwort gebe ich dort, wo die Hoffnung am besten schmeckt: bei einer Tasse Kaffee.
„Wer um ein Warum weiß, dem ist kein Wie zu schwer.“
(Viktor Frankl)


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