Im Schloß Hamborn nahe Paderborn bleibt die Weltpolitik draußen. Natur und Tiere erzählen von einer anderen Wirklichkeit, die sich nicht zählen und messen lässt. Trotzdem ist sie mitten unter uns und teilt mit uns das Leben in Zeit und Raum.
Der EUK Psalm 2 (Aus Hamborn)
Warum toben die Völker,
weshalb murren die Nationen sinnlos?
Die Machthaber der Erde lehnen sich auf,
Generäle und Präsidenten halten Rat,
Eilmeldungen auf Eilmeldungen
Ohne wirkliche Neuigkeit.
Nacht für Nacht Tod und Leid.
Sie sinnen auf Zerstörung
und sagen: es muss so sein.
Meine Seele dürstet nach Dir
In den krummen Furchen des Ackers von Hamborn,
wo die Erde achtsam berührt wird statt verbrannt.
Ich fand Dich im Schatten großer Bäume
Eine Katze suchte Schutz.
Weit weg ist der Lärm,
hier atmet das Leben –
ungeschützt, aber geborgen.
Ich habe Dich gefunden
im unerwarteten Galopp,
als eine Kuh über Felder eilte.
Rettung vor der Hitze des Tages zu suchen.
Und ich finde Dich
in der tiefen, sturen Ruhe des Esels,
der am grünen Gebüsch knabbert,
völlig unbeeindruckt vom Lärm der Städte
Ich finde Dich
im stolzen, festen Schritt des weißen Huhns,
das ungezähmt über den staubigen Boden läuft.
Sie alle wissen nichts
von Grenzen, Waffen und Macht.
Du bist der Halt auf dem wirklichen Pfad.
Wo Treppen steil ins Tal führen
wo die Stufen uneben sind
und mein Gleichgewicht wankt.
Der Weg führt mich hinab
Und schließlich finde ich Dich hier,
beim Blick hinauf in die Kronen der Bäume.
Wo das grelle Sonnenlicht
durch das dichte, grüne Blätterdach bricht –
zerstreut in tausend milde Strahlen,
die mich wärmen, ohne zu verbrennen.
Der Wald schweigt
Lauscht der vertrauten Stimne
ICH BIN DA
Geborgenheit Deines Geistes.
Unendlichkeit.
Die Völker toben vergeblich.
In der Stille Deiner Schöpfung
bin ich gehalten.
Du bist da.
Deine Blätter überdauern den Lärm der Zeit.
Geh den Weg durch den Alltag.
Schreib, was Du hörst.






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