Zwischen Gehweg, Supermarkt und Espresso verliert sich, was trägt. Ein Versuch, innezuhalten und den Augenblick wahrzunehmen. Suche nach einer Gegenwart Gottes, die nicht im polierten Erfolg liegt, sondern im ungeschützten, brüchigen Leben abseits von Algorithmen und Klicks. Ein persönlicher Psalm über das Loslassen der künstlichen Bilder und die Entdeckung, dass Heimat kein Ort ist, sondern ein DU.
Vielleicht der Beginn einer fortlaufenden Reihe ungewöhnlicher Psalmen.
Der EUK Psalm 1
Gott, Du mein Gott, ich suche Dich
auf dem Gehweg,
im Supermarkt,
in der flüchtigen Begegnung.
Meine Seele dürstet nach Tiefe
Ich habe Dich gefunden,
wo die Inszenierung aufhört.
Wo das Leben ungeschützt und brüchig ist,
Deine Gegenwart strahlt heller
als jeder polierte Erfolg.
Du bist die Antwort auf meine tiefste Unruhe.
Deine Nähe ist wertvoller
als jedes „Gefällt mir“.
Du legst mir eine größere Freude ins Herz,
als sie jene finden,
die Bekanntheit in Algorithmen suchen
und deren Glück von Fremden abhängt.
Meine Freude speist sich aus dem,
was ungeplant wächst.
Wenn ich in der Stille sitze,
um Dir zuzuhören.
Du bist die Mutter,
die ihr Leben riskiert,
um neuen Raum zu schaffen.
Und nicht locker lässt,
bis ich den Auftrag verstehe und ausführe.
Neben Dir am Espresso nippend begreife ich:
Heimat ist kein Ort, sondern ein DU.
Meine Seele klammert sich an das,
was wirklich trägt.
Und lässt los,
wo meine Aufgabe erfüllt ist
oder meine Gegenwart verletzt statt heilt.
Ich übe mich im Loslassen der künstlichen Bilder,
und finde im Verzicht auf das Überflüssige
den Raum Deiner Freiheit.
Unendlichkeit
Ich brauche kein Amt.
In der Ohnmacht
bin ich stark.
Du bist bei mir.
Deine rechte Hand hält mich fest.


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