Mt 5,37
Das Kind sagt Nein. Er will heute nicht zur Schule. Sein Nein ist ein Nein.
Und nun?
Als Eltern sind wir es gewohnt, so ein Nein nicht einfach stehen zu lassen.
Während Corona sagten viele Menschen Nein zur Impfung. Die Politik versuchte, dieses Nein in ein Ja zu verwandeln.
Ja oder Nein.
Wer sich entscheidet, muss mit Widerstand rechnen. Trotzdem sind Menschen wertvoll, die eine klare Meinung haben.
Wir wissen, woran wir sind.
Wir können darauf reagieren.
Die Perikope steht im Kontext klarer Worte.
Am Beginn des 5. Kapitels stehen die Seligpreisungen.
Armut, Trauer, Demut, Sanftmut, Gerechtigkeitssuche, Barmherzigkeit, reinem Herzen, Friedensstiftung und Leidensbereitschaft wegen Verfolgung führen in das Himmelreich.
Bereits hier geht es um klare Entscheidungen, die uns in der Praxis immer wieder schwer fallen.
In der Wirkungsgeschichte wurden die Worte relativiert.
Ordensgemeinschaften entstanden aus dem Wunsch, die Bergpredigt in der Praxis zu leben. Heilige wie Franziskus stachen als Persönlichkeiten hervor. Der normale Christ dagegen und auch die Kirche insgesamt richtete sich in der Welt ein. Und auch wir sind ja froh, wenn wir unseren Familien etwas bieten können. Armut zum Beispiel ist nicht das, was wir anstreben.
Wir wissen:
Jeder muss seinen eigenen Weg finden und diesen Weg konsequent gehen. Und kein anderer kann über diesen Weg urteilen. Wir können immer nur den Weg der Schwester oder des Bruders begleiten.
Nach der Perikope geht es um den Umgang mit Menschen, die andere Entscheidungen getroffen haben.
Das scheint mir ein wichtiger Kontext.
So wie ich zu einem klaren Ja kommen kann, kommt ein anderer zu einem klaren Nein.
Das führt zu Konflikten.
Paulus schreibt:
Hier sehen wir nur rätselhafte Umrisse.
Auch nach seiner Bekehrung war ihm klar, dass wir Gottes Spur zwar erahnen, aber erst nach diesem Leben erkennen.
In diesem Leben sind wir blind.
Trotzdem müssen wir entscheiden.
Wie gehen wir mit den abweichenden Entscheidungen unserer Schwestern und Brüder um?
Auch da ist Jesus klar und eindeutig:
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.
Oft genug nämlich sind wir selbst auch blind.
Wie Paulus, der vor seiner Bekehrung die Jünger verfolgte.
Wie Petrus, dem sich Paulus widersetzte.
Wie die Jünger, die zuerst die Botschaft der Auferstehung für Geschwätz hielten.
Diese Perspektive ist auch für die Kirche wichtig.
Wir brauchen die Klarheit der verschiedenen Perspektiven, aber wir brauchen auch den Dialog der Perspektiven, um besser zu verstehen, wohin Gott uns führen will.
Fürbitten
Jesus Christus
Du forderst uns zu klaren Entscheidungen auf, damit wir als Christen Salz der Erde und Licht der Welt sein können. Wir bitten Dich
Sende uns Deinen Geist
Dass wir immer neu lernen, zwischen wichtig und weniger wichtig zu unterscheiden und dass wir klare Entscheidungen treffen ohne Wenn und Aber
Sende uns Deinen Geist.
Dass wir die Konsequenzen unserer Entscheidungen abwägen und bereit sind, sie zu tragen und dass wir Verantwortung übernehmen für das, was wir tun
Sende uns Deinen Geist
Dass wir erkennen, wo wir in einer Situation stecken, die uns garnicht gut tut und wo wir entschieden einen Schlusspunkt setzen müssen.
Sende uns Deinen Geist
Dass wir Vergangenes ruhen lassen und uns auf Neues ausrichten
Sende uns Deinen Geist
Dass wir unsere Kinder und die Menschen, für die wir Verantwortung haben anleiten, eigene Entscheidungen zu treffen und dass wir sie begleiten auf ihrem individuellem Weg in die Welt
Sende uns Deinen Geist


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