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Sarah Mullally, Erzbischof von Canterbury

Im Garten der Royal Foundation of St. Kathrine, London
Im Garten der Royal Foundation of St. Kathrine, London

Am Mittwoch, 25. März 2026 wurde Sarah Elisabeth Mullally als Erzbischöfin von Canterbury in ihr Amt eingeführt. Ihre Karriere begann in einem Krankenhaus in London. Ihre Zeit in der Pflege prägt ihr theologisches Denken. Ihr Wechsel von einer Spitzenposition im Gesundheitswesen in den geistlichen Dienst versteht sie als Fortsetzung ihrer Berufung. Ihre Arbeit sei stets Dienst am Nächsten, geprägt von Mitgefühl und dem Ziel, Heilung zu bringen. 

Der Wunsch, den Menschen umfassend zu betreuen, war ein Grund, warum sie ursprünglich Krankenschwester wurde statt Ärztin. 

Ihr Vorgänger als Erzbischof musste 2024 nach Kritik an seinem Umgang mit dem Missbrauchsskandal zurücktreten. Mullally startet daher mit einem Programm der Heilung: 

Aufarbeitung von Missbrauch, Kampf gegen soziale Not und Klimaschutz. 

Der Blick auf gesellschaftspolitische Themen ist für die Erzbischöfin konsequente Umsetzung der biblischen Botschaft:

Sie will die Verwicklung der Kirche in den Slavenhandel aufarbeiten. Dazu plant sie einen 100 Millionen Fonds. 

Für Konservative ist allein die Wahl einer Frau bereits Grund zum Widerstand. Am Tag ihrer Amtseinführung stellte sich Papst Leo an deren Seite, indem er betonte, dass nur Männer zu Priestern geweiht werden können. 

Gleichzeitig teilt er die soziale Perspektive der neuen Erzbischöfin. In der praktischen Ökumene gibt es also viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. 

In der Praxis erleben viele das Amt des Bischofs als Machtposition. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass der Dienst betont wird. Der Ausschluss von Frauen verstärkt den Verdacht, dass es um Macht geht. Gleichzeitig kann ich mir ein Amt der Ohnmacht für Männer vorstellen, in dem  Männer vorleben, was es bedeutet, sich selbst auf den letzten Platz zu stellen. In der Politik leidet die Welt unter der Macht von Männern. Ein Amt der Ohnmacht als Vorbild fûr Männer kann also heilsam sein. Ohnmacht muss aber deutlich mehr als ein frommes Wort sein. 

In der Praxis stehen Priester und Bischöfe allerdings immer noch im Zentrum, obgleich Papst Leo sich bemüht, Führungsämter auch durch Frauen zu besetzen. Es bleibt dabei: es fällt den Männern [nicht nur] in der katholischen Kirche schwer, Jesus am Weg der Ohnmacht zu folgen. 

Mullally ist als Krankenschwester gut dazu geeignet, andere in den Mittelpunkt zu stellen. 

Ich freue mich über ihren engagierten Dienst als Erzbischöfin und wünsche ihr alles Gute sowie ein hörendes Herz!

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