Ruhe vor dem Umbruch in St. Heinrich, Paderborn.
In Paderborn steht die denkmalgeschützte Kirche St. Heinrich vor einem Wandel des Innenraums: Das Projekt „Himmel und Heinrich“ will alte Kirchenbänke durch eine Kaffeeecke und Begegnungsräume ersetzen. Noch deutet vor Ort nichts darauf hin.
Ein Fotorundgang durch die leere Kirche
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Heinrich ist ein faszinierendes Zeugnis der sakralen Nachkriegsarchitektur in Westfalen.
Hinter dem Volksaltar ist der thronenden Christus als Weltenrichter (nach der Offenbarung des Johannes) darstellt. Er dominiert in seiner hellen, weißen Silhouette den gesamten, eher nüchternen Kirchenraum und zieht den Blick beim Betreten sofort auf sich.
Erbaut wurde die Kirche in den Jahren 1954 bis 1955 nach den Plänen des Architekten Josef Lucas. Die feierliche Konsekration (Weihe) erfolgte im November 1956. Das Besondere an der Entstehungsgeschichte: Da die Mittel in der Nachkriegszeit knapp waren, wurde der Bau maßgeblich durch die sogenannte „Muskelhypothek“ der Gemeinde getragen. Die Paderborner Bürger halfen in ihrer Freizeit tatkräftig beim Ausschachten und beim Transport der Steine mit.
Die markante Schaufassade der Kirche ist aus unregelmäßigem, lokalem Naturstein-Mauerwerk (Bruchstein) hochgezogen. Ein absoluter Blickfang im Außenbereich ist das große, radförmige Rosettenfenster, das direkt über den drei rundbögigen Eingangsportalen thront und dem massiven Baukörper eine geometrische Eleganz verleiht.
Rundbogenfenster sind in Dreiergruppen angeordnet. Der Altarraum ist hell und freundlich.
Das Hauptschiff wird nach oben durch eine schlichte, offene Holzbalkendecke abgeschlossen.
Die bildhauerische Ausstattung ist von Josef Rikus aus Paderborn. Altar, Ambo, Taufstein und die markante, freischwebende Holzskulptur von Heinrich II. wurden von ihm gestaltet.
Auf der Westempore befindet sich eine im Jahr 2000 von der Werkstatt Speith Orgelbau errichtete Orgel mit 33 Registern. Der Orgelprospekt wurde bewusst asymmetrisch geteilt, um das farbgewaltige Rosettenfenster im Hintergrund nicht zu verdecken.
















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