Das Ich wird durch Biographie und Körperfunktionen geprägt. Wie reagiert das Bewusstsein auf Rahmenbedingungen, die nicht normal sind? Ein Körper mit nur einer Niere. Eine Lebensspanne, die nur Technik verlängern kann. Die Gewissheit, dass es keine biologisch eigenen Kinder geben wird.
Aus diesen Fragen erwächst das Bedürfnis nach Distanz. Manchmal ziehe ich mich gerne in die Einsamkeit zurück. Ins Zimmer, in eine kühle Kirche oder auf eine Parkbank mitten im Wald. Ein kompletter, lebenslanger Rückzug in die Stille der Natur bleibt jedoch eine Illusion. Das so gelebte Leben wäre extrem kurz.
Länger als zwei Übernachtungen hält dieser Lebensplan nicht. Ich brauche die Errungenschaften der Moderne. Technik, Medizin und eine schützende Gemeinschaft tragen mich.
Die Ernte einer Woche
Die Spannung zwischen Technik und Natur prägte auch meine Tage in Paderborn. In der Kirche St. Heinrich suchte ich die Stille unter der weiten Holzdecke und fand im Altarraum den Blick auf das mächtige Christus-Mosaik. Auf dem Waldfriedhof von Schloss Hamborn begegnete mir die Geschichte eines sächsischen Prinzen und die Kraft einer lebendigen Gemeinschaft. Diese Eindrücke flossen in meinen „Psalm der sturen Ruhe“ – ein Einspruch gegen den permanenten Weltlärm. Aus den Beobachtungen vor Ort ein bildreicher Exkursions-Bericht. Fast die gesamte Woche brauchte ich jedoch für das Ringen um meinen langen Text über Künstliche Intelligenz.
Der Geist im Netz
Die moderne Maschine ist kein Feind. Sie ist ein Werkzeug und ein Teil des großen Netzes, das uns alle verbindet. Das gilt für die KI ebenso wie für die Mobilität. Autos machen Wege kürzer. Doch Benzin macht abhängig von Ländern, die eigene Ziele verfolgen. E-Autos und Teilauto führen hier zu regionaler Unabhängigkeit. Manche Erkenntnis wächst langsam, aber sie kommt.
Der Skoda wartet. Er bringt mich zurück in die Leipziger Wahlheimat.


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