Der griechische Fabeldichter Äsop erzählt die Fabel vom Fuchs und den Trauben. Der Fuchs erreicht die Trauben nicht. Sie hängen zu hoch. Der Fuchs behauptet nun, er habe die Trauben ohnedies nicht haben wollen, weil sie zu sauer seien. Die Geschichte kritisiert das Schönreden einer Niederlage. Tatsächlich aber kann das Schönreden einer Niederlage befreiend wirken. In meinem Leben hatte ich viele Niederlagen. Krankheiten und Gewohnheiten verhinderten manchen Erfolg. Oft genug fand ich die...
Wer einen Turm bauen will, setzt sich erst einmal hin und rechnet. Jesus geht es nicht wirklich um Türme. Er hat das Leben des Menschen im Blick. Im Leben ist der nächste logische Schritt nicht immer so leicht zu errechnen. In meinem Leben habe ich oft hoffnungsvoll Dinge begonnen, die ich abbrechen musste. Hätte ich besser rechnen müssen? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch so: Der richtige Weg zeigt sich erst im Gehen. Wir lernen einen Menschen kennen. Wir verbringen mit ihm Zeit. Es...
Nach zwei Jahrtausenden kann man getrost sagen: Maria ließ viele Menschen nicht los. Das Magnifikat klingt bis heute nach: "Von nun an preisen mich selig alle Generationen!" Eine Frau wurde vor zwei Jahrtausenden schwanger. Unerwartet. Joseph bleibt an ihrer Seite. Das Kind ist nicht pflegeleicht. Als es 12 war, entzog es sich der Kontrolle. Später zog das Kind über die Dörfer. Bei einer Hochzeit drängte sie ihren Sohn zu helfen. Jesus half. Auch er passte seinen Plan an. Und doch war...
Was als riskante Autofahrt bei Halle beginnt, wird zur Parabel auf unsere Existenz. Im Nebel des Lebens tasten wir uns voran, verletzen einander oft unbewusst und brauchen die Gemeinschaft als Orientierung. Ein Text über die Kostbarkeit der Zeit, die Zerbrechlichkeit der Gesundheit und die Hoffnung, dass sich am Ende – hinter den Hügeln des Harz – die Sicht klärt und Versöhnung möglich wird.
Gott in der Ohnmacht suchen
Von der Krippe bis zum Kreuz: Jesus stürzt sich selbst vom Thron, um uns in Szene zu setzen. Ein tiefgründiger Impuls über das Loslassen von Kontrolle, die Überwindung von Grenzen und die radikale Einladung, Gott nicht bei den Mächtigen, sondern im bedürftigen Nächsten zu finden. Weihnachten als Chance, den vertrauten Horizont zu überschreiten.
Dass ich ein Mensch bin, teile ich mit anderen Menschen. Dass ich sehe und höre, dass ich esse und trinke, ist mir gemeinsam mit allen Tieren. Aber dass ich bin, ist nur mir eigen und gehört mir und niemandem sonst; keinem anderen Menschen, keinem Engel und auch nicht Gott – außer insofern, dass ich eins bin mit ihm. Meister Eckart (1260 - 1328)
Ich will an die Spuren des ewigen Du denken; was ich gefunden habe, will ich erzählen: Aus Sternenstaub entstanden die Wunder der Erde; Ausfluss der Liebe ist Dein Werk. Nicht zu nah und nicht zu fern ist die Sonne. Weisheit ist in der Schöpfung sichtbar. Die Gläubigen erahnen das ewige Du. Alles zu erzählen sprengt ein Leben. Die Zeit ist zu kurz, die Wunder zu preisen. Vom tiefsten Punkt im Ozean bis zum höchsten Berg im Himalaya Vom Einzeller bis zum komplexen Leben, dass bewusst diese...
Wo wohnst Du? Welcher Ort erzählt von Dir? Welche Gebäude, Bäume, Bänke verraten etwas über Deine größte Freude und Deinen tiefsten Schmerz? Welche Stadt bringt Deine Seele zum Klingen? Wo gehst Du verwandelt durch die Straßen? Wo möchtest Du am liebsten drei Hütten bauen? Wo soll der Augenblick ewig sein? Wo werden für Dich Geschichten lebendig, die Du nur wenigen erzählen kannst? Wo berührst Du ein Straßenpflaster und eine Mauer? Wo erzählen Steine Deine Geschichte, wenn es Dir...