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Liebe und Gesetz

...denn die Liebe hat eigene Gesetze

Im Markusevangelium gerät Jesus recht rasch mit den Gesetzeshütern in Konflikt. Zunächst bringen ihn die Jünger in Schwierigkeiten. Es beginnt harmlos. Die Jünger Jesu machen Party statt zu fasten. (Mk 2,18) Kein Problem, befindet Jesus. Es werden schon noch schwere Zeiten kommen, in denen die Jünger nicht mehr so unbeschwert sind. Dann werden sie auch keine Ähren mehr am Feld abreißen (Mk 2,23). 

Richtig Ärger gibt es, als Jesus anfängt, am Feiertag zu heilen. (Mk 3, 1-6) Das ist doch ein Ruhetag. 

Eine Kerze
kann die Nacht erleuchten.
Ein Lächeln
kann ein Reich aufbauen.
Und da bist du.
Und da bin ich.
Und niemand glaubt daran,
aber Liebe kann aus einem Narren einen König machen.
Und wenn du mich ignorierst,
würde ich wieder und wieder kämpfen.

Indila

Wer liebt, blickt anders auf die Welt. Wer liebt, sieht durch die Regeln auf den Menschen. Wer liebt, lebt in einer eigenen Welt. Wer liebt, sieht Menschen anders an. Die Liebe gibt die Freiheit, anderen auf neue Weise zu begegnen. Die Liebe ist leise. Sie hat es nicht nötig, zu revoltieren, sie verändert die Welt im Kleinen. Im Innersten weiß sie, dass alle Regeln und Gesetze vorläufig sind. Lass die Regeln. Erfülle sie, aber sieh durch sie hindurch auf das Wesentliche. Aus der Perspektive der ewigen Zeitenstille zählen die Augenblicke, in denen wir uns dem anderen zuwenden, nicht jene, in denen wir Gesetze befolgten. Deshalb betont Jesus, dass er nicht gekommen ist, das Gesetz aufzuheben. Sein Maßstab, Gesetze zu erfüllen, ist die Liebe...die aber nichts mit romantischer Verliebtheit zu tun hat. Die Liebe beginnt ja gerade da, wo es schwer wird, die andere Perspektive auszuhalten. 

Wer ein verhärtetes Herz hat, fürchtet sich vor dieser Perspektive. Die Angst, loszulassen, verhärtet das Herz. Das Gesetz verspricht dem Sicherheit, der sonst alles zu verlieren scheint. Wer liebt, lässt los. Wer liebt, hält nur dann und so lange fest, wie der andere festgehalten werden möchte. Deshalb ist auch Eifersucht keine Liebe. Sie will festhalten, was nur freies Geschenk sein kann. "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Da ist keine harmonische Liturgie unter Gleichgesinnten gemeint, sondern gemeinsames Ringen im Vertrauen auf Jesu Gegenwart.

 

Das ist die enge Pforte, durch die viele nicht gehen wollen oder können: sich dem anderen auch dann zuzuwenden, wenn man seine Überzeugung nicht teilt.

Die Liebe ist da, wo Menschen einsam und verlassen sind, wo sie an der Gegenwart leiden, verstoßen, verletzt im Sturm. 

Liebe ist bereit, am Ende sogar das Leben loszulassen...nicht immer hat sie die Kraft, an das Happy End zu glauben, von dem die Bibel erzählt. (Mt 25)

Ich setze Tag und Nacht den Himmel in Bewegung
Ich tanze mit dem Wind, mit dem Regen
Ein bisschen Liebe, ein wenig Honig
Und ich tanz', tanz', tanz', tanz', tanz', tanz', tanz'
Und bei all dem Lärm renne ich davon und fürchte mich
Ist das mein Weg?
Der Schmerz kommt
In ganz Paris steigere ich mich in meine Verzweiflung hinein
Und ich fliege weg, weg, weg, weg, weg, weg, weg

In dieser süßen Qual,
Die ich mit all meinen Verletzungen bezahlt habe
Hör nur, wie groß mein Herz ist
Ich bin ein Kind dieser Welt

Indila


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