Liebe Martina,
wenn ich an dich denke, dann denke ich zuerst an dein Lachen. Es war laut und temperamentvoll, voll von sprudelnder Freude, und
konnte Nuancen von Verblüffung und Empörung haben.
Danke für alle gemeinsamen Abenteuer, die wir miteinander erlebt haben.
Du hast mich begleitet auf einem nächtlichen Ausflug in den Auenwald, in der Hoffnung, Waschbären zu begegnen. Wir sind keinen
Waschbären begegnet.
Letzten Sommer sind wir "getrampt", weil kein Bus mehr fuhr - unsere Mitgahrgelegenheit war eine nette Dame mit
Tochter.
Du hast mir dein neues schwarz-weiß-gestreiftes Sommerkleid gezeigt. Du sahst so gut darin aus!
Du hast dich gefreut, wenn ich Chicoree gekocht habe, weil deine Familie den nicht mochte.
Du warst damit gesegnet, nachts gut schlafen zu können. Einmal erzähltest du mir, dass du dich freust, nachts aufzuwachen in dem
Bewusstsein, noch ein paar Stunden Schlaf zu haben. Und dass es so schade ist, die Süße des Schlafs nicht mitzubekommen, eben weil man schläft.
Schade, dass wir keine gemeinsamen Abenteuer mehr erleben können. Dein größtes Abenteuer hat gerade erst begonnen. Ich wünsche dir
von ganzem Herzen die Süße des Ewigen Lebens, Gottes unendliche Liebe und Seinen Frieden.
Deine Julia K.