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Wo die Pader geboren Ist: PADERBORN

Es regnet. Das ist natürlich eine Momentaufnahme im August 2023. Aber es ist eine wiederkehrende Erfahrung bei meinen Besuchen im Quellgebiet der Pader. Und tatsächlich ist auch statistisch die Stadt reich an Wasser von oben. 

Paderborn liegt am Teutoburger Wald im Osten von Nordrhein-Westfalen. 200 kleine Quellen speisen das Wasser der Pader. Der Anfang des Flusses ist beeindruckend, trotzdem verliert das Gewässer bereits nach 4 Kilometer seinen Namen an die Lippe, die in Bad Lippspringe entspringt. 

Oberhalb vom Quellgebiet der Pader thront der Dom. Er ist Herz des Erzbistums Paderborn, das nach neuesten Schätzungen das reichste Bistum in Deutschland ist. Auch hier sinkt die Zahl der Christen. Gleichzeitig gibt es eine stärkere Identifikation mit dem historischen Begriff Hochstift. So gibt es einen Hochstift-Tarif im Nahverkehr, ein Radio Hochstift, eine Regionalgruppe der DLRG mit dem Namen Hochstift und auch einen Volkslauf mit Hochstift Cup.  

Der Dom steht unter dem Patrozinium des Heiligen Bischofs Liborius. Der war in seinem Leben nie in Paderborn. Der Bischof von Le Mans in Frankreich kam nach seinem Tod an die Pader. 836 erreichten seine Gebeine unter großer Anteilnahme des Volkes den Domberg. Den Weg soll ein Pfau gezeigt haben. Liborius stiftete auf diese Weise eine Städtefreundschaft, die bis heute lebendig ist. Bei der Umgestaltung der Krypta wurde eine Figur des Heiligen aufgestellt, die seine Normalität betont. Vielleicht ist das ein guter Ansatz, um das Amt des Bischofs neu zu entdecken als Amt der Ohnmacht.  Die drei Steine auf der aufgeschlagenen Bibel sind etwas übergroße Nierensteine. Liborius ist für Nierenleiden zuständig. 

Das Erzbistum Paderborn war lange Zeit ein Fürstbistum. Daher dauerte es bis zum 19. Jahrhundert, bis eine evangelische Gemeinde Fuß fassen konnte. Seit 1863 ist der Abdinghof eine evangelische Kirche. Im Innenraum erzählt ein Bilderzyklus Geschichten  aus der Bibel. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder aufgebaut. Heute ist sie die Hauptkirche der evangelischen Christen in Paderborn. 

Der Höhepunkt meiner Besuche in Paderborn war der Gang in das Computermuseum. Auf mehreren Etagen wird die spannende Geschichte der Computer erzählt. Die verschiedenen Installationen laden zum Entdecken und Spielen ein. Auch ein Flugsimulator ist da. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Und wenn doch die Sonne scheint, ist der Padersee nicht weit. 

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